Was zur Hecke ist der/die/das ANQ?

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ANQ steht für Nationaler Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken. Kein Plan woher das ‚A‘ kommt, für Anregungen bin ich da gerne offen. Da es jedoch ‚der Verein‘ heisst bleiben wir ab jetzt auch bei ‚der ANQ‘.

Herkunft und Mitglieder

Im Jahr 2009 schlossen sich die nationale Gesellschaft für Qualitäts-sicherung KIQ und der Interkantonale Verein für Qualitätssicherung und Qualitätsförderung IVQ zum ANQ zusammen.

Dieser umfasst heute folgende Mitglieder:

  • Leistungserbringer, vertreten durch H+
    Leistungserbringer sind im Gesundheitswesen immer diese, welche Bezahlung für ihre Dienstleistung erhalten. z.B. Physiotherapeuten, Ärzte, Apotheken etc. Da die ANQ ja nur an Spitälern und Kliniken interessiert ist, ist die H+ hier der Vertreter.
  • Kostenträger, vertreten durch santésuisse, eidg. Sozialversicherungen sowie alle Kantone (GDK)
    Kostenträger sind jene, die für die Leistung der Dienstleister schlussendlich Geld locker machen müssen. Logisch also dass hier Versicherer sowie Kantone dazugehören – beide bezahlen ja zusammen im Schnitt 50% an jede stationäre Behandlung.

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Übersicht der Mitglieder

Ziele

Die Ziele des ANQ setzen sie wie folgt zusammen:

  • die Implementierung eines einheitlichen Messsystems zur Dokumentation der Qualität
    Einheitlichkeit ist in der Qualitätsmessung natürlich das A und O. Hat man keine einheitlichen Daten, kann man nicht vergleichen, was wiederum Qualitätssteigerung verunmöglicht.
  • die Erstellung national vergleichender Auswertungen sowie deren transparente Publikation
    Der ANQ setzt Standards für diese Vergleiche und betreibt ebenfalls selbst Benchmarking anhand der erhobenen Daten. Mit der neuen Spitalfinanzierung 2012 wird der Vergleich zwischen den einzelnen Spitälern natürlich enorm wichtig.
  • die Ermöglichung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses für Spitäler und Kliniken
    Ziel ist natürlich eine Verbesserung hinsichtlich der Qualität auf allen Ebenen.

Nationaler Qualitätsvertrag

Grundbaustein zur heutigen Rolle des ANQ spielt der 2011 von allen Mitgliedern unterzeichnete nationale Qualitätsvertrag. (Link – Vertrag)

Nebst Regelung der Finanzierung sowie Umsetzung der Qualitäts-messungen (für Akutsomatik, Psychiatrie und Rehabilitation), verpflichten sich Spitäler und Kliniken mit dem Vertrag dazu, der von der ANQ vorgegebene Messplan umzusetzen. Ebenfalls versprechen Sie, die erhobenen Daten den vom ANQ vorgegebenen Messorganisationen fristgerecht einzureichen und stimmen einer national transparenten Verwendung zu.

Das ermöglicht zum ersten Mal einen direkten Vergleich unter Spitälern und Kliniken in der Schweiz.

Bisherige Erfolge

2011 ist noch nicht allzu lange her und doch hat der ANQ bereits einige Messungen publiziert – welche auch bereits für den ein oder anderen Aufschrei unter den Leistungserbringern gesorgt haben. Besonders Interessant ist die Messung von Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen (Link – Artikel des ANQ), also Werte aus der Akutsomatik. (Link – zugehörige Messergebnisse)

Hier ein Beispiel:
infektionsrate-colonchirurgie

Hier wird der Sinn des ANQ auch schnell ersichtlich. Patient, zuweisende Ärzte und andere Spitäler sehen auf einen Blick wer wie gut abschneidet. Die oben gezeigte Grafik zeigt die Infektionsrate in Prozent auf eine bestimmte Anzahl Dickdarm-Operationen. Überflüssig zu erwähnen, dass man lieber nicht dort seinen Darm operieren lässt, wo laut dieser Grafik die Chance 70% beträgt sich eine Dickdarm-Infektion einzufangen.

Wie kontrovers diese ersten Messergebnisse bereits diskutiert werden zeigt der zweitletzte Abschnitt des zugehörigen NZZ-Artikels sehr schön. (Link – Artikel)

Klar ist, dass Transparenz nicht allen passt und teilweise unangenehm ist – gerade wenn man schlechter abschneidet als andere. Umso wichtiger ist es meiner Meinung nach für die Beteiligten Rückgrat zu zeigen und gegen aussen klar zu machen dass man an den eigenen Schwachpunkten arbei-tet. Ebenfalls sollte man man es nicht verpassen, die Zielgruppe zum richten Zeitpunkt über Verbesserungen zu informieren.

Ein Spital hat so die Chance, sich als aktiv fürsorgende Institution zu beweisen. Das ist meiner Meinung nach die Qualität, welche man von ihm erwarten kann, darf und soll.


Quellen:

https://www.anq.ch/
Beschlüsse Vorstandssitzung 2009, Gründungsjahr: Link
Präsentation ANQ Health Insurance Days: Link

Weiterführend:
Weitere Messergebnisse aus der Akutsomatik: Link – hier ist sicher die Rate potentiell vermeidbarer Rehospitalisationen oder die der Patientenzufriedenheit interessant.

 

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